Auftaktgottesdienst Herbstsammlung Diakonie

Auftaktgottesdienst des Dekanats zur Herbstsammlung der Diakonie

14. Oktober, 10.00 Uhr, in der Thomaskirche

Wohnungslosigkeit – Kälte und Mittellosigkeit tun weh, Einsamkeit obendrein!

Die Furcht vor dem sozialem Abstieg ist die Urangst schlechthin: plötzlich ohne Dach über dem Kopf da zu stehen. Wohin sich zurückziehen, wenn die Welt ungastlich und bitter wird, wie sich schützen vor Blöße und Kälte, wie leben ohne Bett, Tisch und Stuhl, ohne Kühlschrank, ohne WC, ohne Adresse, ohne Briefkasten, ohne Nachbarn …?

Offizieller Auftakt der Diakonie-Herbstsammlung am Ort der Vesperkirche

Wie anstrengend und ermüdend es ist, täglich nach Obdach, Essen und Gesprächsmöglichkeiten Ausschau zu halten, das haben wir im März in unserer Vesperkirche viele Male deutlich wahrgenommen. Nicht wenige Gäste kamen fast jeden Tag, mancher erzählte von Kündigungen, Schlafgelegenheiten und harten Zeiten. Es war schön, dass wir unsere Gäste bald namentlich ansprachen und dass für jeden Zeit genug da war, dazu ein gutes Gericht, Kaffee und Kuchen, Wohlwollen und gegenseitiges Interesse im Überfluss. Unsere Kirche war 15 Tage lang für viele ein Stück Zuhause. Auch für die angestammten Gemeindeglieder und Gottesdienstbesucher hatte der Kirchenraum mit seinen vielen bunten Gästen einen anrührenden, weiten Horizont. Überraschend schnell war es normaler geworden, miteinander an einem Tisch zu sitzen, statt allein in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Wir wollen – auch in der Vakanz – diesen eingeschlagenen Kurs halten. Bei der Frage, welcher Kirche die Ehre zukommt, die Herbstsammlung zu starten, fiel die Auswahl der Diakonie auf die Thomaskirche.

Ein neues Zuhause finden

Wohnungslosigkeit – das muss nicht passieren, muss nicht so bleiben. Lösungen brauchen aber finanzielle Erstmittel, Wohnraumangebote und professionelle Unterstützer mit Herz und langem Atem. Die Diakonie ist in Bayern und in Würzburg (über die Christophorus-Gesellschaft) mit vielen Angeboten für Wohnungslose und Menschen in schwierigen Lebenslagen präsent. In unserem Gottesdienst werden einige Vertreter dieser Dienste von ihrer konkreten Arbeit berichten. Mit Frau Andrea Dehler wird auch eine Fachkraft aus der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit mitwirken, die schon in der Vesperkirche dabei war.

Was können wir tun?

Das gemeinsame Wahrnehmen einer Notlage, sich einzufühlen und zu Mehreren anzupacken ist ein guter, göttlicher Weg. Lassen wir das Thema an uns heran? Treten wir hinzu, teilen wir anderen davon etwas mit, geben wir etwas ab? Gemeinsam Hoffnung zu erleben und zu beleben, ist eine Herzensfreude und auch für uns als Kirche eine Chance!

Warum sammelt die Diakonie überhaupt? Finanziert sie sich nicht in erster Linie aus Kirchensteuermitteln, Leistungen der Kassen und der öffentlichen Hand? Die Diakonie deckt viele Kosten durch Leistungen der Kassen, der öffentlichen Hand und der Kirche. Nicht immer reicht das. Bei vielen Angeboten sind außerdem Eigenmittel aufzubringen.