Vorbereitungen für die Vesperkirche

Liebe Gemeindemitglieder,

die Vorbereitungen für die vom 4. bis zum 18. März 2018 stattfindende Vesperkirche sind auf der Zielgeraden.

Am Sonntag, 4. März fällt mit einem Gottesdienst, zu dem wir unsere Regionalbischöfin Frau OKR Gisela Bornowski erwarten, um 10 Uhr der Startschuss. Bis dahin ist noch etwas Zeit werbend auf unser Vorhaben aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln.

Zum ersten Mal tauchte die Idee, eine Vesperkirche in Grombühl zu veranstalten, vor 5 Jahren auf. Wir trafen uns damals mit Pfarrer Dorner vom Diakonischen Werk Bayern, der uns ermutigte, uns als erste Bayerische Vesperkirche zu bewerben. Nicht genau wissend, wie eine solche Vesperkirche dann auch in der Realität funktionieren würde, bewarben wir uns. Damals bekam Schweinfurt den Zuschlag und wir ließen den Gedanken eine Weile ruhen, um uns dem Projekt Orgelneubau zuzuwenden. Allerdings waren Delegationen unserer Gemeinde mehrmals in Schweinfurt und erlebten Vesperkirche dort hautnah mit, aber das war es dann auch….

Anfang 2017 trat das Diakonische Werk Nürnberg mit Pfarrer Fürstenberg erneut auf uns zu. Ihm waren unsere „alten“ Bewerbungsunterlagen in die Hände gefallen: ob wir immer noch Mut und Interesse hätten? Ein Kreis Interessierter traf sich mit ihm in Schillingsfürst zu einem Aktionstag, und wir ließen uns nachhaltig von seiner Begeisterung für die Sache >Vesperkirche< und der Zusage einer Anschubfinanzierung von 5000 Euro anstecken. Erster Schritt war die Fahrt zur Vesperkirche in Nürnberg. Einen Tag lang halfen wir mit beim Essenportionieren, an der Kuchentheke und beim Spülen und haben so hautnah mitbekommen, wie alles funktioniert. Dieses Mal hatte die Idee bei uns Feuer gefangen. Bald darauf traf sich ein Kreis von Gemeinde-mitgliedern, der im Mai einen ersten >Schnupperabend< im Gemeindezentrum Thomaskirche organisierte. Es kamen außer uns genau 3 Personen, also ein recht zaghafter Beginn. Inzwischen hat sich ein aus 14 Personen bestehender Leitungskreis monatlich getroffen, Ideen >ausgebrütet< und umgesetzt, Menschen angesprochen, eine Website erstellt, ein Logo entwerfen lassen, Faltblätter und Plakate entworfen, Schürzen genäht und, und, und …

Mitglieder des Leitungsteams< von links nach rechts: Pfrin. Karin Jordak, Frank Keller, Hellmut Koch, Barbara Heinemann, Sonja Trott, Kathrin Eulitz, Friedl Seeger, Claudia Kaufhold, Wolfgang Kümper, Helke Firneburg. Es fehlen: Anika Schäder, Amanda Pfeiffer u. Ellen Rendenbach

Übrigens: Der Begriff >Vesperkirche< ist ein Begriff, den Gemeinden in Baden–Württemberg vor Jahrzehnten schon für diese Form der Veranstaltung prägten. Mit >Vesperkirche< gemeint ist nicht nur gemeinsames Essen in den Kirchenräumen um den Altar herum: das wird sicherlich für Viele zunächst im Mittelpunkt stehen. Es ist wichtig, dass in diesem Rahmen Kirche als Mahl- und Tischgemeinschaft und somit auch als diakonische Gemeinschaft sichtbar wird, in der jede und jeder willkommen ist. Um das Essen herum kommen die Menschen miteinander in Kontakt, plaudern, fühlen sich einfach wohl, bleiben länger sitzen, lesen bei einem Kaffee die Zeitung oder holen sich persönlichen Rat.

Das Motto unserer Vesperkirchenaktion lautet: >Kommt, denn es ist alles bereit!<. Es stammt aus dem Lukas-Evangelium, Kapitel 14. Dort werden Menschen von den Straßen und Gassen der Stadt zum „Großen Abendmahl“ eingeladen. Gemeint ist damit kein klassisches Abendmahl mit Hostien und Wein, sondern ein gedeckter Tisch. Blinde, Lahme und Verkrüppelte lassen sich nieder. Und als noch Platz ist, holt man Menschen sogar von den Landstraßen und Zäunen.

Wir werden diese Tage im März bei uns in Grombühl zwischen 11 und 15 Uhr (das Essen beginnt um 11.30 nach einem geistlichen Impuls) folgendermaßen gestalten:

Das Menü mit Suppe und Hauptgang (wahlweise auch vegetarisch) werden wir täglich frisch aus der Würzburger Justizvollzugsanstalt erhalten. Wir bekommen also an den einzelnen Tagen das gleiche Essen wie die Gefangenen – eine wahrhaft soziale und sinnvolle Kooperation. Anschließend gibt es noch Kaffee/Tee und Gebäck. Jeder bringt dafür einen Symbolbetrag von einem Euro (1 €) mit. Als >Beilage< zum Essen werden in dieser Zeit Beratungen zum täglichen Leben angeboten, auch zum Blutdruckmessen oder zu einem Friseurbesuch wird es Gelegenheit geben.

Hier eine Liste der angebotenen Beratungen, die vom Diakonischen Werk Würzburg während der Vesperkirche angeboten werden:

Mo, 5.3.:Häusliche Pflege: Wie und wo bekomme ich Unterstützung? (Sozialstation)

Do, 8.3.:Rund um Erziehung, Partnerschaft und Familie (Evang. Beratungszentrum)

Fr, 9.3.:Die KASA–Wegweiser für besondere Lebenslagen ( KASA)

Mi, 14.3.:Wie und wann kann ich aufstocken? Wie geht das mit den Anträgen?Rente – was nun? (KASA)

Do,15.3.:Häusliche Pflege – wie und wo bekomme ich Unterstützung< (Sozialstation )

Fr,16.3.:Trennung, Scheidung – wie geht es weiter? (Evang. Beratungszentrum)

Die Johanniter Unfallhilfe Würzburg wird Ihren Blutdruck messen und gerne auch den Blutzucker bestimmen. Weiterhin gibt es Informationen über Erste Hilfe, ambulante Pflege, Fahrdienste wie die betreuten Ausflüge für Senioren, sowie eine Beratung über Volkskrankheiten und die Notrufdienste (Hausnotruf und Mobilnotruf) der Johanniter (Dienstag, 6.3., Samstag, 10.3., Dienstag 13.3. und Samstag 17.3.).

Zusätzlich wird auch ein Friseur an einzelnen Tagen dabei sein, der auf Wunsch die zuhause frisch gewaschenen Haare schneidet.

Aber auch die Seele wird nicht zu kurz kommen: Musikalische Darbietungen des Kammerorchesters Grombühl, des Jazzchors Würzburg und von Studierenden der Gesangsklasse >Antje Hagen<, die alle in unserem Gemeindezentrum regelmäßig üben, sowie Klaviermusik sollen die Tage begleiten.

Als Sponsor wird die >Bäckerei Rösner< uns zu verbilligtem Einkaufspreis mit Gebäck und Kuchen versorgen, auch werden wir von Kuchenbäckerinnen aus der Gemeinde >beliefert<. Die Mainpost Würzburg wird täglichen Lesestoff beisteuern.

Zwar haben bereits zahlreiche Gemeindemitglieder ihre Mithilfe zugesagt, dennoch fehlen immer noch Helferinnen und Helfer, um die große Aufgabe gelingen zu lassen.

Aber wir sind guten Mutes!