Pfarrer Backe verstorben

Die Grombühler Gemeindemitglieder sind sehr traurig über den Heimgang von Pfarrer Knut-Wenzel Backe, der im 86. Lebensjahr verstorben ist. Er wurde am 10. August in Versbach beerdigt.

Dr. Kümper sprach im Namen unserer Gemeinde die Abschiedsworte: >Wir haben Ihnen, lieber Pfarrer Backe, viel zu verdanken. Sie waren von 1959 bis 1970 im 2. Sprengel von St. Johannis >unser< Pfarrer und haben in diesen Jahren nicht nur äußerliche Spuren in unserem Stadtteil hinterlassen – es wurde ja viel gebaut: unser Kindergarten mit Gemeindesaal in der Scharoldstraße, das Pfarrhaus in der Schiestlstraße und noch dazu eine neue Kirche geplant – sondern im Besonderen haben Sie Spuren in den Herzen ihrer Gemeindemitglieder hinterlassen. Es sind liebevolle Spuren der Aufmerksamkeit und Zuwendung, sowie der Sorge um die Menschen. Unsere älteren Gemeindemitglieder sprechen noch heute dankbar von dieser Zeit, als Sie nicht nur aus der Stadt heraufkamen zu uns, um pflichtgemäß ihren Dienst zu tun, sondern 1964 mit ihrer Frau und Ihren drei Kindern in das neuerbaute Pfarrhaus einzogen.

Die Gemeindechronik vermerkt unter dem 7. November: >Unsere Grombühler Gemeindemitglieder haben jetzt ihren Pfarrer Knut-Wenzel Backe ganz in ihrer Mitte<.

Sie haben die wachsende Gemeinde zusammen mit unserem Kirchenvorsteher Friedrich Kraft ermutigend in die Selbständigkeit begleitet. Als ein Name für die zukünftige Gemeinde gesucht wurde, fiel die Wahl auf >Thomas<; was Sie später schmunzelnd so kommentierten: >der Sohn von Krafts und auch mein eigener hießen Thomas, was lag da näher?<

Obwohl das Gebiet Ihres Sprengels die Lindleinsmühle, den Schwarzenberg und Versbach mit einschloss und Sie obendrein auch Patienten, Schwestern und Ärzte im Universitätsklinikum mit betreuten, schlug Ihr Herz für Grombühl und ihre Menschen, die Sie – das haben Sie gern auch später erzählt – liebevoll und mit Respekt >den kleinen Bischof von Grombühl< nannten.

Sie waren ein Freund leiser, aber deutlicher Worte und sind auch über ihren 25- jährigen Schuldienst am Siebold – Gymnasium hinaus mit ihrer früheren Gemeinde gern in Verbindung geblieben. Pfarrer Gerhard Roth erinnert sich noch gut an Ihr eindrucksvolles Personengedächtnis. Ehemalige Konfirmanden und ihre Familien erkannten Sie zielsicher. Ein Satz von Ihnen ist noch im Originalton im Gedächtnis: >die Schule hat mich gerettet<. Sie meinten wohl: bewahrt vor dem Burnout, denn Sie waren >grenzenlos Pfarrer<. Sie waren zusätzlich >so ganz nebenbei< ein fleißiger wissenschaftlich arbeitender und schriftstellernder Mensch: Die >Schwestern – Revue< lag Ihnen besonders am Herzen, auch viele liebevoll gestaltete Andachtsbücher haben Sie geschrieben.

Bis vor kurzer Zeit waren Sie ein willkommener Besucher unserer Gemeindeveran-staltungen und Gottesdienste und waren bei unseren Senioren ein gern gesehener Referent, der viel von seinem profunden Wissen weitergeben konnte.

Diese Erinnerung bleibt uns auch über den heutigen Tag hinaus. Sie waren ein Segen für die Menschen in Grombühl<.

Am darauf folgenden Sonntag haben wir den Verstorbenen in unsere Fürbitte eingeschlossen, und unsere Prädikantin Megumi Lang hat in Ihrer Predigt über Häuser, die auf Fels oder Sand gebaut sind, über Pfr. Backe gesagt: >Pfarrer Backe hat sich sicher damals viele Gedanken gemacht, als er die Entscheidung getroffen hat, diese Thomaskirche zu gründen: Haben wir uns genug darauf vorbereitet, so dass wir wirklich auf festem Fels das Haus Gottes bauen? Oder ist der Boden der neuen Gemeinde vielleicht doch nur auf Sand gebaut? (…) Wichtig ist es aber auch, dass wir uns hier in der Thomaskirche jeden Sonntag versammeln, um gemeinsam Gottesdienst zu feien und Gott zu loben. Das ist die wichtigste Säule der Gemeinde, den festen Boden für das Haus Gottes zu schaffen. Wir verkünden alle gemeinsam das Evangelium Gottes, die gute Botschaft hier in Grombühl und in der Welt, wie es Herr Pfarrer Backe im Jahre 1959 bei uns angefangen hat<.