Liebe Grombühler!

Die Szene ist einfach köstlich, obwohl es um ein ernstes Thema geht.

„Der Brandner Kaspar und das ewige Leben“- kennen Sie die Geschichte? Zum alten Brandner Kaspar kommt der Tod, kultig dargestellt als Boandlkramer. Eigentlich soll er den Brandner einfach abholen, um ihn zu Petrus und in die Ewigkeit zu führen. Aber der Brandner ist renitent: Er will nicht mit!

Zumindest jetzt noch nicht! Und deshalb legt er sich ins Zeug und fängt im Gespräch mit dem Tod heftig zu Argumentieren an. „Nein, jetzt, wo es grad in meinem Leben wieder aufwärts geht, kann doch nicht alles zu Ende sein,… im darauffolgenden Winter geht es aber auch nicht, denn da ist es zum Sterben schlichtweg zu kalt, Punktum!“ ..“und im Frühling, wenn wieder alles neu anfängt, soll ich aufhören? Naaa!“

Brandner redet sich heiß in dieser Schlüsselszene.

Was mir an ihr so gefällt? Den Brandner freut sein Leben, – trotz allem! Ja, er ist schon ein alter Mann, und Zipperlein hat er auch genug, und ja, das Leben hat es nicht immer gut mit ihm gemeint, denn von vielen seiner Lieben hat er sich bereits verabschieden müssen, von manchen viel zu früh!-… und trotzdem: Er lebt und strahlt eine „unbandige“ Lebenslust aus. In seinen Augen ist das Leben bisher wie ein erfrischender rauschender Gebirgsbach gewesen und so soll es bleiben.

Jede der vier Jahreszeiten liegt ihm am Herzen, alle will er auskosten, miterleben, mit dabei sein… er hat noch einiges vor ….

Und wir?

Bald kommt der Sommer. Dann ist es an der Zeit, Sonnenuntergänge zu bestaunen, Badeweiher zu erkunden, Sommersprossen zu züchten, sich einfach– so wie Brandner – seines Lebens zu freuen, Pläne zu schmieden und es auf viele Weisen auszukosten.

Ich bin überzeugt, Gott freut sich, wenn wir unser Leben genießen wie einen erfrischenden Gebirgsbach!

Für alles andere ist später noch Zeit! Jetzt ist erstmal Lebensfreude angesagt. Punktum!

 

Schöne Sommermonate wünscht Ihnen                          Ihre Pfarrerin Karin Jordak