Was ist ihr liebstes Fest im Laufe des Kirchenjahres?

Frage ich Kinder, so erhalte ich fast immer die Antwort: Weihnachten. Die vielen Bräuche um das Kind in der Krippe sprechen sie besonders an.

Bei mir war es auch so. Früher, in meiner Kindheit, war mir Weihnachten der Höhepunkt des Jahres. Und es war ein echtes Aha-Erlebnis, sich später klar zu machen: Das älteste Fest der Christenheit ist das beileibe nicht. Vielmehr ist Ostern das älteste Fest der Christenheit!1

„Wäre Jesus nicht auferstanden… so wäre unser Glaube nichtig“, so schreibt es Paulus. Wäre Jesus nicht auferstanden, die Freunde von Jesus wären wohl in Depression, zumindest in Lethargie versunken geblieben, so stelle ich mir das vor.

Die umwälzende Erkenntnis: Jesus ist nicht tot, er ist lebendig und spielt in unserem Leben immer wieder eine wichtige Rolle, dies erst hat viele Steine ins Rollen gebracht und schließlich die Christenheit weltweit sich ausbreiten lassen.

Ostern hat Power. Es sagt: Nichts muss bleiben wie es war. Veränderungen sind möglich, das Leben siegt – nicht der Tod!!

Inzwischen, und das schon viele Jahre, ist Ostern mir das liebste aller Feste im Kirchenjahr. Ich möchte es feiern und zelebrieren. Mit den vielen Bräuchen, die sich darum ranken und ihre Bedeutung haben: Passionsandachten und Kreuzweg, Abschiedsmahl am Gründonnerstag, Kahlheit und Erschrecken am Karfreitag und dann die Auferstehung feiern mitten in der Nacht – am Ostersonntag um halb sechs – aus der Dunkelheit ins strahlende Licht der Auferstehungssonne kommen.

Und spüren: Auch für mein Leben hat Gott diese Bewegung vorgesehen. Es wird aus der Erstarrung in die Bewegung, aus der Dunkelheit ins Licht, aus Kälte in die Sonne und aus dem Tod ins Leben gehen.

Was für ein Fest: Das Leben siegt, und wir wollen es feiern.

Herzliche Einladung dazu!

Karin Jordak