Unsere Thomaskirche wird 40 Jahre!

Am 15. Dezember 1974 wurde unser Gemeindezentrum feierlich eingeweiht, also vor 40 Jahren. Das werden wir feiern.

Damals war Theodor Kornder Pfarrer der erst seit 1970 selbständigen, noch jungen Gemeinde, nachdem bis dahin Pfarrer Knut-Wenzel Backe von der St. Johannis-Gemeinde sich engagiert für >seine Grombühler< 1eingesetzt hatte und bereits seit 1964 im neu erbauten Pfarrhaus an der Schiestlstraße wohnte.

Die ersten Bemühungen um einen eigenen Kirchenbau in dem aufstrebenden >Eisenbahner-Stadtteil<  Grombühl reichen bis in das 19. Jahrhundert zurück. Nachdem 1885 ein „Kirchbauverein“ gegründet wurde und der „Evangelische Verein Grombühl“ 1899 einen „Betsaal“ in der „Kinderbewahranstalt“ an der Lindleinstraße (jetzt ist dort die „Evangelische Kinder- Jugend- und Familien-Hilfe“ des Diakonischen Werkes Würzburg) errichtet hatte, blieb der Wunsch nach einer eigenen „richtigen“ Kirche weiterhin virulent. Zwar gab es dann seit 1921 im Bereich des Luitpoldkrankenhauses eine Kapelle für die Evangelischen Christen, in der sonntags Gottesdienst gefeiert wurde, aber das war für viele dennoch keine eigene Gemeindekirche. 1933 konnte ein neuer Kirchbauverein an der Scharoldstraße ein Grundstück für damals fast unerschwingliche 5000 Reichsmark (!) erwerben. Der Grombühler Bäckermeister Paulus schoss diesen Betrag für seine Gemeinde vor, und nach seinem Tode spendete später seine Witwe den bis dahin vom Kirchbauverein noch nicht gesammelten Betrag. Auf diesem Gelände wurde 1959 ein Kindergarten mit Gemeinderäumen errichtet (da steht unser Kinderhaus noch heute), in denen neben wöchentlichen, sehr gut besuchten Bibelstunden auch die sonntäglichen Gottesdiente stattfanden.  Aber auch dann sammelten die spendenfreudigen Grombühler weiterhin fleißig für eine „richtige Kirche“. Es sollte aber noch bis zum Jahre 1974 dauern, bis die Pläne auch die Zustimmung im Landeskirchenamt in München fanden. Geplant wurde das schöne Gemeindezentrum –  so wie es sich uns jetzt darbietet – vom Würzburger Architekten Gerhard Grellmann. Ein Gemeindemitglied drückte das in diesen Tagen so aus: „Ich bin dankbar, dass wir ein >HAUS FÜR GOTT UND DIE MENSCHEN< in der Gemeinde haben, in dem sich jedermann zuhause fühlen kann und darf. Diese Räume können wir jetzt mit Leben erfüllen, und wir sind als Gemeinde auch für Außenstehende einladend. Es war damals sicher ein harter und steiniger Weg. Aber wir dürfen dankbar sein, dass wir Räume erhalten haben, in denen unsere Gemeinde in den vergangenen 40 Jahren heimisch werden konnte, auch wenn es statt der erwünschten Kirche ein Gemeindezentrum geworden ist“.

Wenn wir am Sonntag, 14. Dezember um 10 Uhr, dem 3. Advent,  mit einem Gottesdienst für Groß und Klein den Festreigen beginnen, ist in den Räumen auch eine Fotoausstellung über das Werden und Bauen unserer Kirche, angereichert mit Szenen aus dem späteren Leben unserer Gemeinde unter den Pfarrern Günter Schattenmann und Gerhard Roth in den Räumen der Thomaskirche zu sehen. Vielleicht schauen Sie dann einmal bei uns vorbei. Sie sind herzlich eingeladen, sich mit uns über den gelungenen Bau unserer Thomaskirche zu freuen.

Dr. Wolfgang Kümper