S.O.S.

Selbst Menschen, die mit dem Morsealphabet nicht vertraut sind, kennen dieses Signal. S.O.S – „save our souls“ zu Deutsch: „Rettet unsere Seelen“ Wie oft ging dieses Signal wohl schon über den Äther? Wie viele Menschen rettete es? SOS: jene drei Buchstaben wurden zum Synonym

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für Tragik und Hoffnung auf See. So wie wir es in jüngster Zeit bei den Flüchtlingsdramen im Mittelmeer erleben. Schiffe in der Nähe sind dann verpflichtet, Hilfe zu leisten. Doch brauchen die gestrandeten Menschen mehr als nur sicheren Boden unter den Füßen und lebensnotwendige Verpflegung. Flüchtlinge überwinden – oft unter Lebensgefahr – geographische und kulturelle Grenzen und sind dabei selbst psychisch am Ende. Die Seele ist verletzt und schreit nach Hilfe. Es dauert lange, ehe Entwurzelte  langsam wieder sicheren Boden unter die Füße bekommen. Ich denke, erst wenn dieser Hilferuf „Save our souls“- „Rettet unsere Seelen“ ganz wörtlich auch in unseren Herzen ankommt, werden wir der Flüchtlingsfrage menschenwürdig und tatkräftig begegnen können. In Grombühl sind in den vergangenen Monaten viele minderjährige, unbegleitete Flüchtlingen an- und untergekommen. Sie haben nun erst mal ein Dach über dem Kopf und lernen Deutsch; ein erster Schritt, um sich zurecht zu finden  in einer völlig fremden Umgebung.

SOS – im Morsealphabet drei einfache Buchstaben, die viel bewirken. Manchmal braucht es nichts Großes, um viel zu bewirken,  Menschen weiterzuhelfen, ihnen Mut zu machen und Kraft zu geben für den nächsten Schritt.

November- der Monat, an dem wir an St. Martin denken. – Den frierenden Bettler hat er nicht unbeachtet sitzen lassen in seiner Not.  Martins mutiges Mantelteilen beeindruckt schon die Kleinsten. Jedes Jahr neu stellen wir uns das am 11. November, dem Martinstag vor Augen.

Achtsam sein auf Menschen, die unsere Hilfe brauchen, kann Seelen und  Leben retten, das gilt auch heute noch!

Einen sensiblen Blick und viele gute Erfahrungen wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin                                             Karin Jordak