Liebe Gemeinde,

Man sagt, das Sicherste auf der Welt sei der Tod, «Tod-sicher» eben.

1Und: «Das war schon immer so» – sagt man auch: Das war schon immer so, dass Menschen sterben müssen: «Das war schon immer so»: z.B. dass Armut und Hunger einen Teil der Menschheit bedroht. Das war schon immer so, dass Menschen Gewalt erleiden; dass es Gewinner und Verlierer gibt. Was, wenn es auf einmal anders ist? Wenn nichts so unabänderlich ist, wie wir uns das häufig weismachen lassen? – Wenn nicht einmal der Tod todsicher ist?

Ostern erzählt davon: Als die Frauen zum Grab kommen, ist plötzlich alles unerwartet anders: Der Stein: weggerollt. Der Leichnam: weg. Anstelle des Toten finden sie einen jungen Mann, der ihnen sagt: Jesus ist auferstanden! Die Frauen bringt das ziemlich durcheinander, ihr Weltbild gerät aus den Fugen. – So ist das mit Ostern: Es will uns irritieren!

Und Ostern weckt Zweifel an all dem, was vom wissenschaftlichen Denken her unabänderlich, felsenfest und todsicher daherkommt.

Ostern will uns sagen: Vor Gott ist nichts auf der Welt sicher. Es kann sich noch viel tun. Nicht einmal der Tod ist sicher!

Deshalb: Wenn man euch weismachen will, der Tod sei todsicher, dann zweifelt daran! Wenn man euch weismacht, Hunger, und Gewalt seien nun einmal das Schicksal vieler Menschen und da könne man nichts machen, dann meldet sofort Widerspruch an! Und überhaupt alles, von dem man behauptet, es sei nicht zu ändern, all dies stellt klar in Zweifel!

Seit Ostern, seit Gottes Liebe hineingelangt ist in die tiefste Tiefe und Jesus dem Tod entrissen hat, hat unser Weltbild Risse bekommen. Ostern sagt: Nichts muss blieben, wie es war. Gott kann noch vieles daraus machen, auch aus der verfahrensten Situation! Es kann sich noch viel tun, und: Das Leben siegt! Gott sei Dank! Viele österliche Aufbrüche wünscht ihnen                                                                                Ihre Pfarrerin Karin Jordak