„Babettes Fest“ …

Koch… heißt ein bekanntes Buch von Tanja Blixen. Ein tolles Buch! „Babettes Fest“ erzählt die Geschichte einer Pariser Meisterköchin, die es in ein Dorf im Norden Norwegens verschlagen hat. Dort verdingt sie sich als Haushälterin zweier an Leib und Seele darbender Damen. Sie gehören einer frommen Gruppe an, die allen weltlichen Genüssen entsagt. Ein kargeres Leben ist kaum vorstellbar. Und alles im Namen Gottes. Wie die Freuden werden auch die wahren Konflikte in diesem Dorf verdrängt.Einen vertrockneten Eindruck machen diese Menschen. Ihr Leben: So fade wie ihre einzige Nahrung: trockener Stockfisch und geschmacklose Brotsuppe. Sie gönnen sich einfach nichts, meinen aber: Genau so ein Leben müssten Christen führen.

In diese Genuss- und Freudlosigkeit platzt die Pariser Köchin mit der Idee hinein, von einem Lotteriegewinn ein großes Festessen für die Dorfbewohner zu geben. Dazu lässt sie aus Frankreich wahre Köstlichkeiten herbeischaffen, die im kargen Norden, völlig unbekannt sind. Saftiger Braten! Frisches, fruchtiges Obst! Feinste Süßigkeiten! Funkelnder Wein! Babettes Festmenü, zu dem sich die frommen Leute nur widerwillig an den Tisch begeben, erweckt zuerst riesiges Erschrecken, dann Erstaunen, zum Schluss reines Ergötzen. Mit den Gaumenfreuden kommt schließlich eine unbekannte oder längst vergessene Lebensfreude in diese menschlichen Stockfische. Sie erinnern sich sogar früherer Liebe und Leidenschaft – und es kommt zu Gesten echter Freundschaft und Versöhnung. Die Gäste kommen nachts singend und lachend nach Hause. „Babettes Fest“ ist vorüber, doch niemals mehr ganz vorbei. Ein neuer Geschmack des Lebens kommt ins Dorf. Fast möchte man sagen: Ein Vorgeschmack des Himmels.

Der religiöse Hungerstreik war Jesu und seiner Leute Sache nicht. Kein Wunder: Denn, wer in der Nähe Jesu lebt, darf leben aus der Fülle Gottes! Da ist Festfreude angesagt!

In diesem Buch hat die Meisterköchin Babette durch ihr Festessen ein Zeichen gesetzt, dass es inmitten unserer menschlichen Dürftigkeit und Bedürftigkeit eine große Fülle gibt, aus der wir leben und die uns zur Weitergabe anvertraut ist.

Der Glaube ist keine Mangelverwaltung oder gar -erscheinung, sondern Freude und Feier der Gottes- und Lebensfülle. Aus diesem Gedanken heraus, haben wir am 16.Juni bei strahlendem Sonnenschein unser Thomasfest gefeiert. Rund um Kirche und Kinderhaus wollten wir genau das erlebbar machen.

Die Fülle des Lebens – wünscht ihnen Ihre Pfarrerin Karin Jordak