Pfingsten – Hätten Sie´s gewusst? Was ist an Pfingsten geschehen?

2013-05-01Wenn ich diese Frage stelle, ernte ich regelmäßig ratlose Gesichter. Bei Kindern und Erwachsenen. Kein Wunder: Pfingsten ist im christlichen Jahreslauf das Fest, mit dem man am wenigsten Konkretes verbindet. Keine Geschenke, wenig erhaltenes Brauchtum, das einen Hinweis darauf geben könnte, was wir da überhaupt feiern. Pfingsten: Pfingstrosen und zwei Wochen Ferien. War es das schon? – Von wegen!
Kennen Sie die Knicklichter, wie sie z.B. Angler verwenden? An Ihnen kann man sich klarmachen, was an Pfingsten passiert ist. Erst schauen sie ganz unscheinbar aus. Doch wenn man sie knickt, geht es los, dann fangen sie an zu leuchten. Ausschlaggebend ist dabei, dass die dünne Membran, die im Inneren der Knicklichter vorhanden ist, aufgebrochen wird. Dabei fangen sie zu leuchten an, werden hell und weithin sichtbar.
So ähnlich muss es damals in Jerusalem zugegangen sein. Die Jünger hatten vieles erlebt. Sie waren mit Jesus herumgezogen, hingen an seinen Lippen. Dann das dramatische Ende: Der Tod am Kreuz. Gut, kurz darauf hatten Gerüchte die Runde gemacht, er wäre auferstanden, doch jedenfalls war eines klar: So wie vorher, war es nicht mehr. Frust und Angst machten sich breit. Die Jünger blieben lieber hinter dicken Mauern sitzen. Wer weiß, was ihnen widerfährt, wenn sie zugeben, sie waren mit diesem Gekreuzigten zusammen. Ohne Perspektive blieben sie zurück. Doch dann: Auf einmal war alles anders. So erzählen es die biblischen Schriftsteller: In Bildern reden sie. Wie ein Brausen war es, wie ein Feuer, wie ein Wind, der sie berührte, und verändert hat. Wie, ja so ähnlich wie beim Knicklicht, das man berührt und in ihm die Membranverhärtung aufknackt. Auf einmal ist alles anders. Und es geht los.
Mit den Jüngern ging vieles los- sie blieben nicht mehr in ihren Häusern sitzen. Erfüllt waren sie, sie leuchteten von innen. Sie strahlten aus, waren begeistert, mit einem Schlag war alles anders. So angerührt konnten sie auch Andere begeistern, mitreißen, ihnen etwas von ihrem Leuchten abgeben. So hat es sich zugetragen. So hat sich die Botschaft des Christentums ausgebreitet bis zum heutigen Tag.

Ein frohes Pfingstfest wünscht Ihnen Pfarrerin Karin Jordak