Ohne Wurzeln kein Leben

2013-04-01Ich mag den Monat April. Und das hat ganz entscheidend mit der Natur zu tun. Faszinierend ist es schauen zu können, wie viel sich in diesen Wochen tut!! Spätestens im April erwacht draußen alles. Es wird von Tag zu Tag grüner und freundlicher. Und klar wird nach der dunklen Jahreszeit: Das Leben siegt! Ich kann mich an der Schönheit der hellgrün sprießenden Triebe oft gar nicht satt sehen. Das ist wirklich Balsam für die Seele.

Aber nicht alles gedeiht. Auch das wird jetzt sichtbar: Da ist dieser Strauch – im vergangenen Herbst ist er frisch eingepflanzt worden – er verändert sich nicht. Er schlägt einfach nicht aus. An ihm sind keine Knospen und auch keine grünen Blätter. Als ich ihn mir genauer anschauen will und ihn anfasse, da bleibt er mir auch schon in der Hand. Er hatte überhaupt keine Wurzeln mehr. Er konnte nicht versorgt werden mit allem, was er brauchte – und so ging er ein. Ohne Wurzeln kein Leben. Was uns die Natur so eindrücklich lehrt, das nimmt der Monatsspruch für den April auf. Dort heißt es:

„Wie ihr nun den Herrn Jesus Christus angenommen habt, so lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und seid reichlich dankbar.“ (Kol.2, 6-7)

Der Spruch lädt ein, meinen eigenen Wurzeln einmal nachzuspüren. Was hat mich Wurzeln treiben lassen im Glauben? Bei mir ist es so: Da gab es an entscheidenden Stellen einige, die beherzt dazu geholfen haben, dass ich wurzeln konnte. Menschen, die den Boden bereitet haben, die die Erde lockerten, sich um mich kümmerten, mir Aufmerksamkeit schenkten, für meine Anfragen ein offenes Ohr hatten… Beherzte Menschen, die meine Fragen gehört und meine kritischen Anfragen ertragen haben- sich mit mir beschäftigten und mir zu denken gaben. Sie haben mich beeindruckt, waren meine Wurzelhelfer. Seitdem denke ich: Es ist der Königsauftrag an jeden Christen, so ein Wurzelhelfer zu sein. Dass uns das gelingt immer wieder wünsche ich uns!

Ihre Pfarrerin Karin Jordak