„Riskier was, Mensch!“- Impulse in der Passions- und Fastenzeit

2013-03-04Die sieben Wochen der Fastenzeit sind nach der Ausgelassenheit im Fasching ein Kontrastprogramm und – wie ich finde – eine ganz besondere Zeit. – Gut kann es tun, sie auch „ganz besonders“ zu gestalten. Manche verzichten in diesen Wochen bewusst auf Süßes, Genussmittel oder auf zeitraubende Angewohnheiten, wie z.B. das Fernsehen. Die Fastenzeit ist auf diese Weise eine Gelegenheit, um eingefahrene Verhaltensweisen und Denkstrukturen zu durchbrechen, mit dem Ziel, (wieder) zu entdecken, was das Leben ausmacht und welche Dinge einen selbst gefangen nehmen; dabei kann man zugleich Gott und sich selbst näher kommen. So kann diese Zeit auch Freiräume schaffen, zum Nachdenken und innehalten. In der Thomaskirche haben Sie die Möglichkeit dazu, denn:
In den Wochen vor Ostern lädt unsere Kirchengemeinde zu insgesamt vier Passions-andachten ein. – Im März finden drei davon statt, nämlich am 8./ 15. und 22. März, jeweils um 18.30 Uhr.
Dem Geschehen der Passion wollen wir nachspüren, besonders den Reaktionen von Menschen, die damals dabei waren: die Jünger, Petrus, Judas, Pilatus und seine Frau. Beschäftigt man sich mit ihnen, dann sieht man nicht nur Menschen wie Sie und mich, sichtbar werden dabei auch die Abgründe, die in ihnen, so wie eben in jedem Menschen stecken.
An den vier Abenden kann man durchbuchstabieren, wie Menschen sich dann, wenn´s brenzlig wird, verhalten, wie sie aus Angst zurückschrecken oder sich sonst wie mehr oder weniger geschickt aus der Affäre ziehen wollen. Ein Stück von Ihnen – so meine Beobachtung – steckt auch in uns. Ja diese historischen Figuren halten uns den Spiegel vor. Denn das kennen wir doch auch: Wie schwer es ist, wenn´s hart kommt, aufrecht zu stehen, trotz Angst, neue Weg zu beschreiten oder über den eigenen Schatten zu springen. Die typische Eigenschaft von uns Menschen, am Althergebrachten zu kleben, hat die Fastenaktion der Evang. Kirche in Deutschland im Jahr 2013 aufgegriffen und stellt ihr ein provokantes „Riskier was Mensch!- Sieben Wochen ohne Vorsicht!“ gegenüber.
In der Bibel wimmelt es nämlich von unvorsichtigen Männern und Frauen: Menschen, die übers Wasser laufen, Hochschwangeren, die auf Reisen gehen, ohne auch nur ein Hotel zu buchen. Leute, die von jetzt auf gleich Job, Haus und Hof verlassen, um einem unstudierten Wanderprediger zu folgen…- ja solche Aufbrüche gab es rund um diesen Jesus eben auch – und wenn man es genau nimmt, dann verdanken wir es ebensolchen „unvorsichtigen, risikofreudigen Menschen“, dass das Christentum um die ganze Welt ging und zu uns gelangt ist. Ja, es ist schon erstaunlich, wie viel aus den Impulsen Risikofreudiger werden kann!
Wir sind eingeladen, uns von diesen und anderen Menschen der Bibel inspirieren und bewegen zu lassen! Die Fastenzeit mit ihren vielen gottesdienstlichen Angeboten lädt dazu ein!
Übrigens: Falls Sie sich für die Fastenaktion der EKD „Riskier was, Mensch!“ interessieren oder einen Fastenkalender als Begleiter für die kommenden Wochen vor Ostern erstehen wollen, sagen Sie im Pfarramt Bescheid, – wir besorgen Ihnen gerne ein Exemplar. (mit 8,90 € sind sie dabei!)

Ihre Pfarrerin Karin Jordak

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