FASCHING?!

2013-01-wolkenFasching? Damit kann ich nichts anfangen, und überhaupt: Dafür bin ich doch viel zu alt.
Fasching? Ich brauche keine 5. Jahreszeit, um mich „auf Befehl“ zu freuen!
Solche Aussagen habe ich in den letzten Tagen gehört. Mir haben sie zu denken gegeben. Zu alt? Auf Befehl? Ernste Faschingsfreunde würden auf solche Vorbehalte gar nicht erst kommen. Soviel stimmt: Im Fasching geht es nicht darum irgendwas zu „müssen“, ganz im Gegenteil. Die Faschingszeit, ich verstehe sie als Angebot, als Einladung, das Leben in seiner ganzen Buntheit wahrzunehmen, jenseits der manchmal grauen Alltagswelt. Fasching – für mich steht er für einen farben- und lebensfrohen Blick hinter die Kulissen- letztendlich weil Gott hinter seiner Schöpfung steht. Fasching heißt für mich: Fröhlich zu sein und sein können, weil auch hinter den dichtesten Wolken immer noch und immer wieder die Sonne scheint. Im Fasching schlüpfen wir in andere Rollen. Ich finde, so ein Perspektivenwechsel ist manchmal richtig gut, ermöglicht er doch einen ganz anderen Blick. Wer immer nur die dunklen Seiten sieht, sollte die vielen Reichtümer des Lebens im Großen und im Kleinen nicht aus den Augen verlieren. Umgekehrt gilt natürlich auch: Wer oft eine rosarote Brille aufhat, sollte darauf achten auch die andere Seite, Menschen in Angst, Trauer und Not nicht zu übersehen.
Ich finde, ein großer Reichtum ist es, in gute Stimmung zu kommen und Andere mit der eigenen Freude anzustecken. Und ich weiß: Dafür sind Menschen nie zu alt!
So gesehen ist es auch egal, ob sie die Faschingstage oder etwas ganz anderes zum Anlass nehmen, Spuren von Gottes Liebe zu entdecken und sich an seiner bunten, lebendigen, manchmal auch ausgelassenen und närrischen Schöpfung zu freuen.

Einen guten Februar wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin Karin Jordak